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Vorführungen


Als vielseitige Handwerkerin bin ich stets bemüht, interessierten Besuchern meine verschiedenen Tätigkeiten nahe zu bringen. Dazu gehört, dies nicht nur theoretisch zu erklären, sondern durch eine Vorführung das Handwerk erlebbar zu machen.

Folgende Handwerke können vorgeführt werden:

Glasperlenherstellung am offenen Feuer

Glasperlenmachen am offenen Feuer ist eine Kunst für sich. Gerne demonstrieren meine Helfer und ich diese Kunst auf Veranstaltungen. Die Vorführung beginnt bereits mit dem Aufheben und Einrichten der Feuerstelle. Nachdem ein Loch von etwa 40x40 cm ausgehoben wurde, wird dieses mit Steinen ausgekleidet. Die Lücken zwischen den Steinen werden mit Lehm verputzt. Danach wird die Feuerstelle zum ersten Mal angefeuert. Als Brennmaterial dient Holzkohle, für die nötige Sauerstoffzufuhr sorgt ein Zwei-Kammer-Blasbalg, der von einem Helfer betätigt wird. Sobald die Steine durchgeglüht und der Lehm getrocknet ist, können die ersten Perlen hergestellt werden.

Die Besucher sind beeindruckt von der Hitze, die mir als Glasperlenmacherin ins Gesicht schlägt und beobachten interessiert, wie unter 800°C Feuer Perlen gewickelt werden. Dabei demonstriere und erkläre ich die verschiedenen Verziermöglichkeiten. Nach der Herstellung müssen die Perlen langsam abkühlen. Geduldige Besucher können die Glasperlen nach etwa einer Stunde im erkalteten Zustand bewundern.

Ein komplette Vorführung dauert ca. 30 Minuten, wobei 4-6 Perlen hergestellt sowie die Grundzüge der Geschichte der Glasperlen und die Herstellungstechniken erläutert werden. Die Vorführung erfolgt zwei bis drei Mal am Tag.

Für diese Vorführung ist ein zusätzliches Zelt (Gesamtfläche: 3 x 3 m) nötig. Es sollte außerdem ausreichend Platz für Zuschauer vorhanden sein.

Wie das Einrichten der Feuerstelle und die Herstellung verschiedenen Glasperlenrepliken offenen Feuer abläuft, erfahren Sie hier.

 

Glasperlenherstellung mit Gasbrenner

Nicht überall ist es möglich, eine Feuerstelle auszuheben. Als Alternative bietet sich die Herstellung von Glasperlen mit einem modernen Gasbrenner an. Diese Art der Vorführung ist auch in Innenräumen möglich. Wenn ich mit einem modernen Glasperlenbrenner vorführe, lege ich großen Wert auf Sicherheit. Die Besucher werden durch Scheiben vor der Hitze und evtl. umherfliegenden Glassplittern geschützt. Da der Brenner mit Propangas betrieben wird, prüfe ich vor der Vorführung alle Verbindungen auf Lecks.

Eine Karschierung des Brenners durch "mittelalterliche" Verkleidungen lehne ich ab. Vielmehr betone ich während meiner Arbeit die Unterschiede zur Herstellung von Glasperlen am offenen Feuer. Plakate erklären zusätzlich die verschiedenen Arbeitsweisen. Da es sich nicht um eine historische Herstellungsweise handelt, erfolgt die Vorführung in der Regel nicht in Gewandung, sondern in normaler Straßenkleidung, um so auch optisch einen Kontrapunkt zu setzen.

Trotzdem haben die Besucher die Möglichkeit 4000 Jahre Glasperlengeschichte anhand der mitgebrachten Perlen nachzuvollziehen und die Arbeit an den Glasperlen mitzuverfolgen.

 

Brettchenweberei

Die Brettchenweberei ist ein faszinierendes Handwerk. Bei der Vorführung der Herstellung einer Brettchenborte achte ich darauf, nur authetische Hilfsmittel zu benutzen. Dazu gehören Brettchen aus Knochen, Horn oder Holz, ein Webschiffchen aus Knochen sowie Lein-, Woll- oder Seidengarn. Ich verwende daher auch keinen Rahmen. Bei der Vorführung benötige ich daher einen Fixpunkt, meist mein Zeltgestände, an dem das Gewebe befestigt wird. Durch den Zug des Körpers wird die Kette gespannt und das Weben kann beginnen. Wenn ich am Vorführen und Erklären bin, verschwinde ich oft hinter einer Menschentraube. Die interessierten Besucher hören und erfahren dann nicht nur das Prinzip des Brettchenwebens, die Entstehungen von einfachen und komplexen Muster, sondern auch über die Geschichte der Brettchenweberei durch die verschiedenenen Epochen.

 

Handspinnen

Noch immer merken die Leute auf, wenn ich meine Spindel tanzen lasse. Viel zu selten ist dieses einfache Handwerk heute in der Öffentlichkeit zu sehen. Ich verwende ausschließlich Handspindeln mit Holz-, Knochen- oder Glaswirteln, wie sie zur Zeit der Wikinger oder im frühen Mittelalter verwendet wurden. Das Spinnrad, wie man es heute kennt, kam erst in der Neuzeit auf. Gern können Kinder und Erwachsene die unterschiedlichen Wollsorten befühlen, die ich in meinem Korb mitbringen. Für Experimentierfreudige habe ich auch immer ein oder zwei Spindeln zum Ausprobieren mit dabei. Ich erkläre sorgsam das Prinzip und führe die Hände der Besucher. Gern zeige ich auch den Unterschied zwischen Flachs- und Wollspinnerei und das Verzwirnen fertiger Fäden.